+2 | Die lange Geschichte der Dolomiten

 
 
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Die Alpen und insbesondere die Dolomiten sind aufgrund ihrer geopaläontologischen Eigenschaften und ihrer Landschaft weltweit einzigartig und wurden 2009 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der Museumsparcours der Ebene +2 führt mittels einer multimedialen Reise und anhand einer sorgfältigen Auswahl an geologischen Ausstellungsstücken (Gesteine, Fossilien, Mineralien) in den Themenbereich der Evolution des Alpenraums ein.
Auf unterhaltsame Weise können die Besucher die Evolution geologischer Räume der Vergangenheit erkunden: antike Gebirge, Vulkane, Wüsten, tropische Meere, Korallenriffe und die tiefen Ozeane. Die geodynamischen Prozesse der Vergangenheit, bei denen der Meeresgrund der Urmeere durch enormen Druck über den Meeresspiegel angehoben wurde, sich aufgefaltet und die Alpen gebildet hat, werden hier nacherlebt. Dieser Teil des Parcours bietet auch einen Blick auf die geomorphologischen Prozesse der jüngeren und noch nicht abgeschlossenen Erdgeschichte: Gletscherbildung, Erdrutsche, Karsterscheinungen. Ihr Zusammenspiel hat uns die Alpenlandschaft geschenkt, wie wir sie heute kennen.
 
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Ein Video projiziert die geologische Geschichte der Dolomiten, von den frühesten, an die Dinosaurier gebundenen Erscheinungen über die jüngere Eiszeit bis zum prähistorischen Menschen. Zwei Aquarien bereichern den Parcours: Das erste reproduziert ein tropisches Riff mit Meerwasser als typisches Ökosystem eines Korallenriffs, das heißt das Ambiente, aus dem sich die Gesteine des Dolomiten-Gebirgsmassivs gebildet haben. Das zweite besteht aus der Rekonstruktion einer Grotte.
 
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Ebenfalls auf der zweiten Etage richtet das Thema Bodenschätze ein Augenmerk auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur, ein Leitthema des MUSE. Einige der größten Errungenschaften der Menschheit sind in der Tat an die Entdeckung geologischer Ressourcen wie Metalle oder Baustoffe gebunden. Am Eingang der Galerie führt eine Zeitleiste – zusammen mit archäologischen Funden, Antiquitäten und modernen Industrieprodukten – den Besucher durch die Geschichte des Bergbaus in den Alpen, mit Ausblick auf die wichtigsten Etappen in der restlichen Welt.
Die Arbeit der Bergleute wird anhand ihrer Alltagsgegenstände wie Helme, Stirnlampen oder Vermessungsinstrumente illustriert. Von den Bergwerken, die im Alpenraum der wirtschaftlichen Vergangenheit angehören, geht es weiter zu den Steinbrüchen, die als Ressource für Ziersteine heute noch Bedeutung haben und in der ganzen Welt bekannt sind.
Die Besucher können virtuell Steinbrüche und Stadtviertel von Trient besichtigen, deren Aussehen stark von der Verwendung lokaler Steinmaterialien beeinflusst ist. Nach dem Prinzip „von lokal zu global“ zeigt die Galerie, inwiefern der Bergbau heute noch einen Rolle spielt. Eine Landkarte und ein interaktives Periodensystem zeigen auf, welche Rohstoffe vorhanden sind und wo sich die strategischen Ressourcen in der Epoche neuer Technologie befinden. Gleichzeitig erkennen die Besucher, dass Alltagsgegenstände ihre Qualitäten ganz bestimmten Mineralien verdanken. Und auch der ästhetische Aspekt der Mineralien kommt nicht zu kurz, denn hier werden herrliche Gesteinsproben aus Bergwerken gezeigt, die den Mineralien- und Edelsteinmarkt versorgen.
 
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Bewältigen, was unvermeidlich ist
Erdrutsche, Lawinen, Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Feuer ...
Italien ist anfällig für die verschiedensten – schicksalshaften oder vom Menschen verursachten – Naturkatastrophen. Die Galerie zeigt die Naturrisiken, die Möglichkeiten der Prognose, der Prävention und Intervention des Zivilschutzes sowie die Verhaltensregeln im Falle von Alarm und Notfall. Mittels interaktiver grafischer Multimedia-Animationen können die Besucher in die Rolle eines Zivilschutzmitarbeiters schlüpfen und miterleben, wie die Notfalleinheit des Zivilschutzes arbeitet. Sie lernen, Wettervorhersagen zu treffen, wenn ein Notfall eintritt, und begreifen, warum ein wirksames Risiko-Präventions-System auf der profunden Kenntnis des Territoriums und der Ermittlung risikobehafteter Gebiete basiert.
Eine Reihe von Filmen erinnert an Naturkatastrophen in Italien, mit Zeugnissen von direkt Betroffenen und Interviews mit Forschern der Universität. Schließlich kann sich der Besucher mit experimentellen Ausstellungsstücken auseinandersetzen: Er lernt die physikalischen Grundlagen von typisch alpinen Phänomenen wie Murbrüchen und Schneelawinen kennen oder erfährt, wie Schutzvorrichtungen funktionieren, die entlang von Bächen zum Hochwasserschutz gebaut werden.
 
Wie geht man mit Katastrophen um?
UAn einer interaktiven, multimedialen Station kann der Besucher in die Rolle eines Zivilschutzmitarbeiters schlüpfen. Er lernt verschiedene Arten von Naturrisiken kennen, muss Entscheidungen treffen, meteorologische, hydrogeologische und seismische Daten beschaffen und auswerten, und schließlich auch Hilfskräfte und Spezialistenteams aus Geologen, Ingenieuren oder Forstmitarbeitern in das Einsatzgebiet schicken.
 
Hochwasser in den Bergen: Wie kann man sich schützen?
Mittels einer experimentellen interaktiven Schau wird der Hochwasserschutz in den Bergen erläutert. Der Besucher kann mitverfolgen, wie im Falle starker Niederschläge Schutzvorrichtungen entlang alpiner Wildbäche zur Verteidigung bewohnter Siedlungen funktionieren – und was passieren könnte, wenn es sie nicht gäbe ...