-1 | Geschichte der Lebensformen

 
 
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Die Erinnerungen eines ganzen Lebens
Die faszinierende Geschichte der Lebensformen, die komplexe Entwicklung von Formen, gesteuert von dramatischen Veränderungen der Umwelt, mutierten Geografien und Zufällen. Auf der Jagd nach Erinnerungen folgen wir dem roten Faden der Evolution des Menschen durch eine 5 Milliarden Jahre alte Vergangenheit.

In dieser Galerie begleiten uns fossile Reste auf einer unglaublichen Zeitreise weit zurück in die Vergangenheit, von den ersten Molekülen bis zur Evolution der Dinosaurier und Säugetiere entlang dem roten Faden „unserer“ Geschichte – das heißt derjenigen eines bizarren, denkenden Säugetiers. Die ersten Ausstellungsstücke auf dieser Etage erläutern die Naturerscheinungen, die zur Bildung der Erde und, etwas mehr als eine halbe Milliarde Jahre später, zur Entstehung der ersten Lebensformen geführt haben. Nach den Funden einiger der ältesten Spuren von Leben auf der Erde, den Stromatolithen, treffen wir auf die geheimnisvollen, etwa 600 Millionen Jahre alten Lebensformen von Ediacara: eine strukturell andere Organisation, die uns von einer anderen Art des „Tier-Seins“ erzählt.
Es folgt eine Explosion der Lebensformen in den Meeren, mit einer unglaublichen Vielfalt der Fauna. Die bizarren Organismen im Burgess-Schiefer, einem außergewöhnlichen Evolutionslabor vor über 500 Millionen Jahren, führen zur Entdeckung der Arthropoden mit ihren fabelhaften Formen und zum ersten Vertreter des Tierstammes, dem wir selbst angehören, nämlich den Chordaten. Die bizarren Fische ohne Backen im Silur und gepanzerten Fische in der darauffolgende Devon-Periode liefern schließlich den Schlüssel zur Erkenntnis einer heute weitgehend ausgestorbenen Biodiversität.



 
Das nächste Kapitel der langen Evolutionsgeschichte erzählen kleine Pflanzen ohne Blätter noch Blüten, flügellose Insekten und gedrungene Amphibien. Sie machen den Besuchern klar, dass eine neue Ära begonnen hat, nämlich diejenige einer sich langsam bevölkernden Erde.
Der den terrestrischen Reptilien gewidmete Bereich beherbergt eines der europaweit größten Archive fossiler Fußspuren von Reptilien aus dem Paläozoikum und dem Mesozoikum sowie von Dinosauriern. Die Besucher können die charakteristischen Fußspuren der großen Reptilien erkennen und ihre imposanten lebensgroßen Skelette bewundern. Die Galerie der Dinosaurier begleitet Sie auf eine Reise zu ihren Gewohnheiten, außergewöhnlichen Entdeckungen und ihren Spuren auf italienischem Boden, und insbesondere in den Dolomiten, wo bis Ende des letzten Jahrhunderts Dinosaurierfunde für unwahrscheinlich gehalten wurden.
Mit den Meeresreptilien tauchen Sie in die Gewässer des Trias ein. Notosaurier, Plesiosaurier, Ichthyosaurier: Die Meere füllen sich mit großen und kleinen Reptilien mit erstaunlichen Ernährungsgewohnheiten und Lebensstilen. Dinosaurier und Meeresreptilien begleiten den Besucher bis zum Massensterben im Kreide-Tertiär: ein katastrophales Ereignis für die Geschichte der Lebensformen.



 
Mit dem Aussterben der Dinosaurier öffnet sich das Kapitel der Entwicklungsgeschichte der Säugetiere. Die rasche Diversifizierung dieser Gruppe wird anhand fossiler und aktueller Exemplare erzählt, die die Entwicklung der verschiedenen Fortpflanzungs-, Nahrungs- und Fortbewegungsstrategien veranschaulichen.
Der Mensch unter den Primaten, die Primaten unter den Säugetieren, die Säugetiere als Zweig eines einzigen, großen, verästelten Stammbaums, dessen Wurzeln in die Urzeit zurückreichen, die Zeit der Geschichte der Lebensformen.




 
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Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir? Spezielle Geschichten, von der DNA entschlüsselt
Die Galerie „DNA“ erläutert dem Besucher in einer einfühlsamen Erzählung, inwiefern die DNA alle Lebensformen – einschließlich der unseren – vereint.
Die erste, visuelle Erfahrung ist der „Baum des Lebens“, eine dynamische Projektion von neun Metern Länge, die die unaufhörlichen Windungen der evolutionären Spuren und Verbindungen zwischen mehr oder weniger ähnlichen Arten aufzeigt.


 
Die Einzigartigkeit der DNA, ihre Funktionsmechanismen und evolutionären Prozesse stehen im Mittelpunkt von drei audiovisuellen multimedialen Installationen mit dem Titel Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?. In diesem Rahmen werden auch Objekte und „spezielle“ Fundstücke gezeigt, die überraschen, weil sie anders sind als das, was der Besucher im Museum sieht. Wie viel DNA teilen wir mit anderen Organismen? Was haben eine Muschel und ein menschliches Herz gemeinsam? Auf diese und viele weitere Fragen antwortet die Galerie „DNA“.
 
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Das Tropenhaus: Udzungwa, ein Regenwald in den afrikanischen Bergen
Das Tropenhaus im MUSE ist eine Nachbildung auf 600 Quadratmetern eines kleinen Ausschnitts des Regenwaldes der Udzungwa Mountains, einem Biodiversitäts- und Endemismus-Hotspot in Tansania (Ostafrika). Beim Betreten des Tropenhauses empfängt die Besucher tropische Wärme und Feuchtigkeit, dann dringen sie immer tiefer in den unberührten tropischen Wald ein, begegnen Wasserfällen und Felswänden und einer üppig wuchernden Vegetation. Der Rundgang beginnt im Kilombero-Tal, führt weiter durch den submontanen feuchten Wald, wo Fauna und Flora eine kaleidoskopische Vielfalt an Formen und Farben aufweisen.
Zu den einzigartigen und ausschließlich im tropischen Afrika beheimateten Pflanzen gehören die Tabernaemontana mit ihren jasminähnlichen großen, weißen Blüten, die Baumfarne der Gattung Cyathea, die auch bei uns bekannte Saintpaulia, deren Artenvielfalts-Hotspot sich hier befindet, wilden Bananenstauden und die Riesenbohne, eine gigantische Liane der Gattung Entada. Auf dem Felsplateau angekommen, durchquert der Besucher traditionelle Obstplantagen und Dörfer und streift über einen kleinen Markt, wo er tropische Früchte und Gemüse kennenlernt. Im Tropenhaus leben auch Tiere wie der Helmturakos (Tauraco livingstonii) und Reptilien wie das Chamäleon Derema (Trioceros deremensis) sowie Zwerg-Chamäleone (Rampholeon Acuminatus und andere).
Das Tropenhaus wirft Fragen zur Globalität und Nachhaltigkeit auf, wobei auch Forschungsprojekte und Projekte der internationalen Zusammenarbeit zum Schutz der Wälder und im Kampf gegen die Armut zur Sprache kommen, mit der Aufforderung an die Besucher, diese aktiv zu unterstützen.
 
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    Astatotilapia calliptera
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    Coccodrillo del Nilo sul fiume Kilombero
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    Costa del lago Tanganika
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    Camaleonte pigmeo
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    Camaleonte pigmeo
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    Neolamprologus leleupi
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    Riva sabbiosa del fiume Kilombero
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    Serra del Muse
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    Serra del Muse
Die großen Aquarien: Wasserinseln, Evolutionslabors
Vor dem Eintritt in das Tropenhaus findet der Besucher eine Reihe großer Aquarien. Die darin lebenden Fische repräsentieren die Artenvielfalt der Fische in den großen Seen und Flüssen Tansanias (Malawi-See, Tanganjika-See, Kilombero River) und gehören hauptsächlich zur Familie der Buntbarsche, die in den großen Seen des Rift Valley in Ostafrika zu einem der spektakulärsten Phänomene der Artbildung in relativer Isolation geführt haben (vergleichbar mit dem, was für das Festland mit den Finken auf den Galapagos-Inseln geschah, aber wahrscheinlich noch grandioser und schneller).
Die hier lebenden Tiere sind in Gefangenschaft geboren und stammen von professionellen Züchtern, sie sind zutraulich, ruhig und neugierig und pflanzen sich auch in unter begrenzten Raumverhältnissen problemlos fort.